Stoffkunde Qualität hat ihren Preis!! Leinen - Lein - Flachs   Innerhalb der Naturstoffe wie Hanf - Ramie - Baumwolle - Wolle oder Seide wurde Leinen als Grundmaterial für Kleidung in den vergangenen Jahren wieder entdeckt.   Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Leinen von der billigeren und einfacher zu verarbeitenden Baumwolle stark verdrängt, doch in den letzten Jahren durch seine neu  entdeckten Vorzüge und ökologischen Qualitäten erlebt Leinen eine immer noch anhaltende Renaissance!   Wer einen Leinenstoff zum ersten Mal in der Hand hält, bemerkt sofort den eigenen Charakter dieser Faser - der Stoff fühlt sich im Griff kühl und trocken an und er  ist von Natur aus matt-seidig glänzend. Etwas Herb-Edles geht vom Leinen aus - eine Ausstrahlung der besonderer Art.   Die wohl wichtigste, weil unmittelbar täglich erlebbare Gebrauchseigenschaft des Leinens, ist seine kühlende und schweißverminderte Wirkung auf der Haut, weil die  Faser bis zu 35% ihres Eigengewichtes an Luftfeuchtigkeit aufnimmt und schnell wieder abgibt. Das, und die feine Massagewirkung auf der Haut dürfte auch einer der  Gründe sein, warum Sebastian Kneipp das Leinen in seinen Schriften immer wieder hervorhebt und für eine gesunde Kleidung empfiehlt.   Schon unsere Großmütter schätzten am Leinen seine Robustheit und Langlebigkeit. Alte gebrauchte Leinenstoffe sind heute deshalb sogar ein gesuchtes Material für  Textilgestalter und Sammler.   Flachs - so nennt man die Faser im nicht verarbeiteten Zustand - ist gut verspinnbar, sehr reißfest und nicht flusend. Er ist ein hervorragender Wärmeleiter, deshalb  kühlend bei Hitze. Leinenstoffe sind schmutzabweisend und antibakteriell, sehr saugfähig, unempfindlich gegen Laugen und kochfest.   Nur ein kleines Problem gibt es: Leinen knittert - doch es knittert edel. Es wird durch dieses kleine Manko noch charaktervoller.    Leinen muss teurer sein als Baumwolle!    Die Verarbeitung der Flachspflanze zu einem Leinengewebe ist auch heute noch relativ aufwändig! "Raufen" - "Rotten" -  "Trocknen" - "Brechen" - "Schwingen" und "Hecheln" sind Arbeitsschritte, die dem Spinnen von Leinengarnen vorausgehen müssen.    Zuletzt entstehen Garne aus Langflachs (Länge 45 - 90 cm) und Werg-Garne (Länge 10 - 25 cm). Für qualitativ hochwertige und langlebige Leinenstoffe müssen lang  Fasern verwendet werden. Billige Leinenstoffe sind meist aus kurzen, minderwertigen Leinenfasern hergestellt.    Die wirkliche Beurteilung eines Stoffpreises ist nur im Zusammenhang mit der konkreten Wahrnehmung seiner Qualität möglich. Nur das Leinen, das Sie anfassen und  fühlen können, wird Ihnen daher sagen ob ein Preis gerechtfertigt ist, oder nicht.   Nach TKG (Textilkennzeichnungsgesetz) darf als Reinleinen nur bezeichnet werden, wenn sowohl in der Kette, als auch im Schuss reine Flachsgarne verwendet wurden.   Als Halbleinen darf bezeichnet werden, Gewebe deren Kette aus Baumwollgarn und deren Schuss aus Leinengarn besteht, wobei das Gewicht des Leinengarns mind.  38% des ganzen Gewebes betragen muss.   Bei beiden Angaben dürfen durch Einwebungen, Webkanten und Effektfäden, nicht mehr als 15% des Gewebegewichts überschritten werden  bzw. beim Halbleinen die 38% Gewicht unterschritten werden. Das etwas andere Gwand vom Gwandmacher
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